AGA
Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie
Aktuelles
AGA-Mitgliedsantrag
AGA-KONGRESS 2019 in Mannheim
Schließe Grafikleiste

Zurück zu NEWS Zurück zu NEWS

PRESSEMELDUNG: Schulterverletzung: Was gilt es beim Gespräch mit dem Arzt zu beachten?

 
 
Szenario: Sturz auf die Schulter – Schulterprellung oder Sehnenriss?
Bei einem Spaziergang stürzt eine Frau und fällt dabei auf ihre Schulter. Die Betroffene verspürt nach dem Sturz direkt starke Schmerzen in der Schulter verbunden mit einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung. Nach einigen Tagen geht sie zum Arzt und wird klinisch untersucht. Ein ergänzendes Röntgenbild zeigt, dass der Oberarmkopf nicht gebrochen ist. Da aufgrund der Schmerzen eine Untersuchung der Schulter in alle Bewegungsrichtungen nicht möglich ist, erhält die Patientin zunächst schmerzlindernde Medikamente. Bei einem weiteren Termin nach 1-2 Wochen soll die Bewegungsfähigkeit nochmals untersucht werden.
 
Wie sollte sich die Patientin auf das zweite Gespräch vorbereiten?
 
Einige Tipps: 
 
• Überlegen Sie genau, wo Sie Schmerzen haben, wie sie sich anfühlen (Stechen, Ziehen?) und wann sie besonders stark sind
  (in der Bewegung, Belastung oder in der Ruhephase, z.B. nachts).
 
• Überlegen Sie sich in welchen Alltagssituationen sie eingeschränkt sind und inwiefern sich diese Einschränkungen verbessert haben!
 
• Notieren Sie Ihre Fragen für das Gespräch. Dabei sollten Sie auch überlegen, welche Fragen für Sie relevant sein könnten, sollte der
   Arzt zu einem operativen Eingriff raten. 
 
• Bringen Sie relevante Befunde (Vorbefunde der Schulter) und eine Medikamentenlisten (z.B. Blutverdünnung/Zuckermedikamente)
     /Allergiepass mit um Ihre individuellen Risi-ken verschiedener Therapiealternativen abschätzen zu können.
 
• Lassen Sie sich das Problem an Röntgenbildern, anatomischen Modellen oder Zeichnungen vom behandelnden Arzt erklären –
    eine visuelle Vorstellung erleichtert häufig das Verständnis.
 
• Nehmen Sie eventuell eine Vertrauensperson mit. Ein Dritter stellt noch mal andere Fragen und merkt sich andere
     Aussagen des Gesprächs.
 
• Fassen Sie das Gehörte noch mal kurz zusammen. So können Sie mögliche Missverständnisse vermeiden. 
 
 
 
Was kann die Patientin tun, wenn sie nach dem Gespräch noch offene Fragen hat oder etwas nicht verstanden hat?
Der behandelnde Arzt oder ein/e Arzthelfer/helferin dokumentiert die Untersuchung und das Pa-tientengespräch i.d.R. sofort in der elektronischen Patientenakte. Wenn Sie nach dem Ge-spräch noch Fragen haben, wenden Sie sich an das Praxisteam. Häufig können die Arzthel-fer/innen aus diesen Aufzeichnungen heraus Sachverhalte klären oder kurz Rücksprache mit dem Arzt halten. Viele Ärzte bieten auch an E-Mails von Patienten schriftlich oder mündlich zu beantworten. 
 
Wie sinnvoll ist die eigene Recherche zur Diagnose im Internet?
Die Recherche nach der eigenen Diagnose wird von Ärzten eher kritisch betrachtet. Häufig kann ihr individueller Fall in den Schilderungen im Internet nicht vergleichbar abgebildet werden. Sollten Sie im Internet etwas nachlesen wollen, achten Sie unbedingt auf seriöse und bekannte Absender wie zum Beispiel Fachgesellschaften. Hilfreich kann die Internetrecherche bei der Suche nach einem Arzt in der Nähe sein oder wenn Sie Fachbegriffe besser verstehen wollen. Vorsicht ist vor dem Angebot neuer oder alternativer Therapieformen geboten!
 
Stichwort Zweitmeinung: Wann ist es sinnvoll, sich von einem zweiten Facharzt untersu-chen zu lassen und wer trägt die Kosten?
Insbesondere vor einer empfohlenen Operation kann es sinnvoll sein, eine Zweitmeinung von einem weiteren Facharzt einzuholen. Viele Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern dafür ein Zweitmeinungsprogramm an. Eine Zweitmeinung vor einem größeren Eingriff einzuholen ist Ihr gutes Recht und wird den Patienten von vielen Ärzte auch selbst angeraten.
 
Stichwort Patientenakte: Wem und wohin gehören die Ergebnisse der bildgebenden Diagnostik?
Sämtliche Bilder und Aufnahmen – Röntgenbilder, MRT, CT – gehören Ihnen! Für die Aushän-digung bzw. Vervielfältigung z.B. für eine Zweituntersuchung kann der behandelnde Arzt even-tuell eine kleine Aufwandsentschädigung in Rechnung stellen. 
 
Glossar Schulterverletzungen: Was bedeuten die wichtigsten Fachbegriffe?
Schulterprellung
Bei einer Schulterprellung werden Weichteile (Muskeln, Sehnen) in der Schulterregion ge-quetscht, z.B. durch einen Aufprall nach einem Sturz. Häufig kommt es dabei zu Blutergüssen und schmerzbedingt zu einer Schonhaltung.
Sehnenriss in der Schulter
Bei einem Sehnenriss in der Schulter (=Rotatorenmanschettenruptur) reißen eine oder mehrere Sehnen in dem das Schultergelenk umgebenden Muskel-Sehnen-Mantel. Ein größerer Sehnen-riss in der Schulter sollte zügig operiert werden, da sich die Sehnen nach Abriss durch den Muskelzug vom Knochen zurückziehen und der Muskel aufgrund der Inaktivität verkümmert. 
Rotatorenmanschette
Die Rotatorenmanschette umgibt das Schultergelenk zusammen mit der Gelenkkapsel. Sie grenzen die Schulter zum umgebenden Gewebe ab. Die Gelenkkapsel und die Sehnen der Ro-tatorenmanschette bilden eine Einheit mit unterschiedlicher Funktion: Die Kapsel ernährt das Gelenk und bietet nach oben einen Schutz vor Instabilität. Der sehnige Anteil bewegt den Oberarmkopf.
Inverse Schulterprothese
Ein künstlicher Gelenkersatz bei irreparablen Defekten der Rotatorenmanschette. Mit der Inver-sen Schulterprothese wird der Hebelarm des Deltamuskels verlängert und ermöglicht so wieder eine hohe Beweglichkeit.
MRT / CT / Röntgen, Ultraschall
MRT (Magnetresonanztherapie), CT (Computertomographie), Röntgen und Ultraschall sind un-terschiedliche bildgebende Diagnose-Maßnahmen. Nach einem Sturz auf die Schulter wird für die Diagnose i.d.R. zuerst ein Röntgenbild erstellt, auf dem ggf. Frakturen erkennbar wären. Halten die Schmerzen über einen Zeitraum von mehreren Wochen an, sollte für die weiterge-hende Diagnostik ein Ultraschall oder MRT durchgeführt werden um die Weichteile (Seh-nen/Muskeln) zu beurteilen. Bei fraglichen Frakturen kommt zur besseren Darstellung die CT-Diagnostik in Frage. 
 
 
 
 
Über die AGA, Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie
Die AGA ist die größte europäische Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie mit derzeit mehr als 4.600 Mitgliedern. Die Ziele der AGA sind unter anderem Nachwuchsförderung, Weiterbildung, Standespolitik im Zusammenhang mit der Arthroskopie und Gelenkchirurgie, Sicherung und Kontrolle der Qualität und die Unterstützung und Finanzierung von wissenschaftlichen und klinischen Projekten. Die AGA hat ihren Sitz in der Schweiz.
 
AGA – Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie
Sprecher des Vorstandes
PD Dr. Sepp Braun
Gelenkpunkt, 6020 Innsbruck
E-Mail: info@aga-online.ch
Internet: www.aga-online.ch
 
Pressekontakt:
LoeschHundLiepold Kommunikation GmbH
Imke Salzmann 
Tegernseer Platz 7 / Eingang Deisenhofener Str. 1
D - 81541 München
Telefon: +49 - (0)89 - 72 01 87 - 0
E-Mail: i.salzmann@lhlk.de
Internet: www.lhlk.de 

Zurück zu NEWS Zurück zu NEWS