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Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie
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Tätigkeitsbericht des AGA-Knorpelkomitees

AGA-Knorpel-Komitee


Mit dem Einführen eines Knorpelkomitees hat die AGA der Bedeutung des Gelenkknorpels und seiner Behandlung Rechnung getragen.

Die Mitglieder des Knorpel-Komitees sind:
Prof. Dr. Peter Angele (Leiter, Regensburg), Prof. h.c. PD Dr. Matthias Steinwachs (Stellvertreter, Zürich), PD Dr. Stephan Vogt (Augsburg/München), PD Dr. Stefan Hinterwimmer, PD Dr. Philipp Niemeyer (Freiburg), Dr. Gian Salzmann (Freiburg), PD Dr. Peter Kreuz (Rostock), PD Dr. Markus Arnold (Bruderholz), PD Dr. Ralf Rosenberger (Innsbruck).

Lange Zeit wurde aufgrund fehlender Behandlungsoptionen bei Knorpelverletzungen gewartet bis der Gelenkknorpel sich langsam flächig abgenutzt hatte und Knochen auf Knochen rieb.
Dies hat sich geändert. In den letzten Jahren haben sich eine Vielzahl an erfolgreichen Therapieverfahren zur Behandlung von lokalen traumatischen Knorpeldefekten entwickelt, die früh nach Schädigung den Gelenkknorpel wieder regenerieren und somit den flächigen Gelenkverschleiß, die Arthrose, verzögern oder sogar vermeiden können.

Erfolgreiche Knorpeltherapie ist nur bei gleichzeitiger Behandlung der Zusatzverletzungen (Kreuzbandriss, Meniskusschaden, Knochenpathologie) zu erwarten. Liegen instabile Bandverhältnisse in einem Gelenk vor, führen die entsprechenden Scherbelastungen zumeist zu einem Verlust des Knorpelregenerats und damit zu einem Scheitern des regenerativen Knorpelverfahrens.
Auch pathologische Belastungsspitzen bedingt durch Fehlstellung der Beinachse (X-Bein, O-Bein) müssen behoben werden, um die Knorpelregeneration zum Erfolg zu führen. Daher werden bei Knorpelschaden und Achsabweichung das entsprechende Knorpeltherapieverfahren mit einer Umstellungsosteotomie, d.h. einer Korrektur der Achsabweichung, verbunden.

Das Knorpel-Komitee hat sich insbesondere mit einer weiteren Komorbidität bei Knorpelläsionen beschäftigt: akute und chronische Veränderungen des subchondralen Knochens.


Osteochondrale Frakturen am Knie (FROCFRA)

Eine Sammelstudie des AGA-Knorpel-Kommitees unter Leitung von PD Dr. Niemeyer beschäftigt sich mit dem klinischen Outcome nach Behandlung osteochondraler Frakturen am Kniegelenk.
Diese Studie erfolgt in Koorperation mit dem AGA-Trauma-Komitee.

Obwohl es sich bei osteochondralen Frakturen um eine relevante Verletzung handelt, die z.B. im Rahmen von Patellaluxationen und VKB-Rupturen beobachtet wird, liegen zu diesem Thema nur wenige Fallserien vor, so dass nach initialer Durchführung des Kommitees einer Meta-Analyse hier eine gemeinsame Auswertung der Fälle der beteiligten Kliniken des Knorpel- und Trauma-Komitees eine bessere Evidenz für die optimale Behandlung solcher Verletzungen geschaffen werden soll. Aktuell sind an der Studie 10 Zentren beteiligt, die ersten Patienten sind bereits eingeschlossen und evaluiert. Ein Projektabschluss ist für Ende 2013 avisiert.


Abbildung: Osteochondrale Flake-Fraktur im Bereich der lateralen                                     
Femurkondyle i.R. einer Ruptur des vorderen Kreuzbandes



Therapie osteochondraler Läsionen des Kniegelenkes
„Sandwich Methode“, einzeitig oder zweizeitig


Eine Multicenter Studie des AGA Knorpelkomitees unter Federführung von PD Dr. Stephan Vogt beschäftigt sich mit der Behandlung von osteochondralen Läsionen des Kniegelenkes. Unklar ist bisher, zu welchem Zeitpunkt der Knochendefekt im Rahmen der Knorpeltherapie behandelt werden sollte.

Fragestellung: Daher stellten wir uns die Frage ob die Behandlung des Knochendefekts mittels Spongiosaplastik einzeitig oder zweizeitig in Verbindung mit einer Knorpelzelltransplantation erfolgen soll.

Material und Methoden                                                                                     
Patienten: 18-45 Jahre mit osteochondralem Schaden

Lokalisation: Osteochondraler Defekt der
medialen Femurcondyle, Übergangszone zur Notch

Begleitpathologien:
• Instabilitäten (Ausschluss)
• Symptomatische/signifikante
Meniskusschäden (Ausschluss)
• Achsabweichung bis 3° Varus wird belassen
• Achsabweichung über 3° Varus wird korrigiert (gesonderte Gruppe)
• Keine Voroperationen am Defekt (Anbohrung u.s.w.)

OP-Technik:
Knochenaufbau durch Spongiosaplastik (Chips), keine Knochenzylinder
Knorpelzellzüchtung durch eine Firma (TETEC, Aesculap)
1. Gruppe: 1. OP Knorpelbiospie; 2. OP Spongiosaplastik und MACT (nach 3-4 Wochen)
2. Gruppe: 1. OP Knorpelbiopsie und Spongiosaplastik, Abdeckung des Defektes mit inerter Membran (Lyoplant); 2. OP MACT (nach 3 Monaten)

Nachkontrolle:
Klinisch: 6 Wochen, 3-6-12-24 Monate (Lysholm, Tegner, IKDC, KOOS)
MRT nach 3, 6, 12 und 24 Monaten (gerechnet von der 2. OP)


Symposien des AGA-Knorpelkommitees

Das AGA-Knorpel-Komitee richtet auch Knorpel-spezifische Sessions auf unterschiedlichen Kongressen aus. Neben regelmäßig durchgeführten Instruktionskursen im Rahmen des AGA-Kongress ist das Knorpel-Komitee an den „Freiburger Knorpeltagen“ und am „Münchner Muskuloskeletalen Netzwerk“ beteiligt. Nächstes Symposium ist die TIRM (Translation in Regenerativer Medizin) am
7.-8.12.2012 in Regensburg unter dem diesjährigen Topik „subchondraler Knochen“.

Prof. Peter Angele
Leiter des AGA-Knorpelkomitees

Kontakt Sekretariat:
andrea.gissibl@klinik.uni-r.de

Okrober 2012



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