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Bericht vom Workshop "Orthopädietechnik und Orthesen" am 28.4.2016 an der LMU in München

 

 

Orthopädietechnik – ein im normalen Kurrikulum weitgehend ignoriertes Thema. Schön, dass wir als AGA-Studenten einmal die Möglichkeit bekamen, einen anschaulichen und lehrreichen Einblick in das Handwerk zu bekommen, vor allem aber auch die medizinischen Hintergründe der Orthopädietechnik erfahren durften.

 

Bei einer Führung durch die Orthopädiewerkstatt des Klinikums Großhadern zeigte uns Orthopädietechnikmeister Christian Oberpriller die typische Entstehung individuell angefertigter Orthesen und Prothesen.

 

Anhand des am Patienten gegipsten Negativabdrucks wird das Positiv gegossen und die Druck- und Entlastungsstellen zusätzlich modelliert. Entsprechend der geplanten Funktion wird daraufhin die Orthese aus Carbon oder Kunststoff geformt bzw. gegossen, um schließlich aufwendig nachbearbeitet, gepolstert und mit Scharnieren und Fixierbändern dem Patienten und seiner Pathologie angepasst zu werden.

 

Ein weiterer Teil der Führung bezog sich auf die Maßanfertigung von Prothesen nach Amputationen. Neben den verschiedenen Techniken zum Fixieren am Stumpf zeigte uns Herr Oberpriller einige Techniken, um die ursprüngliche Funktion des Körperteils künstlich zu ersetzen und gab uns ein Gefühl für die Probleme, mit denen die Patienten üblicherweise zu kämpfen haben.

 

Besonders eindrucksvoll war für uns die Technik, die hinter myoelektrisch angesteuerten Prothesen steckt. Hier werden durch spezielle Sensoren die Potentiale in den noch erhaltenen Muskeln gemessen und daraus Bewegungen der hydraulisch angesteuerten Prothesen errechnet.

 

In einem kurzweiligen Vortrag führte uns Herr Böckelmann aus der Entwicklungsabteilung der Firma Bauerfeind anschließend noch in die Prinzipien von Orthesen ein. Angefangen bei der mathematischen und physikalischen Modellierung von Gelenkbewegungen erklärte er uns am Beispiel der Knieorthese Anwendungsgebiete und therapeutische Konzepte verschiedener Orthesensysteme.

 

Durch die mitgebrachten Anschauungsobjekte wurde die teils komplizierte Theorie dann aber doch sehr anschaulich und verständlich erfahrbar.

 

Was haben wir von diesem Nachmittag mitgenommen?

Erstens: Eine Prothese wird nicht an einem Nachmittag gefertigt. Über verschiedene Interimsprothesen wird die endgültige Form im Laufe eines ganzen Jahres. Also niemals den Orthopädietechniker erst am Tag vor der Entlassung anrufen.

Zweitens: Die Orthese für einen Riss des vorderen ist nicht die selbe, wie beim hinteren Kreuzband.

 

Vielen Dank an die Leiter der AGA-Studenten München, Johannes Meyer und Michaela Serr, für die Organisation dieses interessanten Nachmittags und herzlichen Dank auch an Prof. Matthias Pietschmann, der die Leitung des Kurses innehatte und die Kontakte zu den Referenten vermittelt hat. Frau Lydia Hofmann von der Firma Bauerfeind danken wir für die Organisation eines exzellenten Referenten und die äußerst schmackhafte Verköstigung.

 

 

Tobias Augenstein

AGA-Student

LMU, München

 

 

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