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Bericht von der AGA-Studenten-Advanced School von 26.-27.1.2018 in München von Michael Knörr

 

Nachdem die Advanced School der AGA letztes Jahr in Innsbruck stattfand, wurde sie dieses Jahr wieder im Anatomischen Institut der LMU München veranstaltet. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Andreas Imhoff und PD Dr. Sebastian Siebenlist durften zehn AGA-Studenten kostenfrei daran teilnehmen. Studentische Organisatoren waren Raphael Wiesner und Michel Knörr.

 

Thema des ersten Tages waren die wichtigsten Zugänge im Bereich der Schulter.

 

Nach der Begrüßung durch Dr. Siebenlist bei Kaffee und Butterbrezen startete Dr. Lukas Willinger mit einem sehr anschaulichen und informativen Vortrag über die anatomischen Grundlagen der oberen Extremität mit einem kurzen Ausflug in die Evolution des Schultergürtels.

 

Im Anschluss referierte Dr. Siebenlist über einen der wichtigsten Zugänge im Bereich der Schulter, den deltoidopektoralen Zugang.  Nach Hinweisen zu Landmarks, Schnittführung, Präparationsschichten und Pitfalls, zeigte er den Studenten die Durchführung eines Latarjet als Anwendungsbeispiel.

 

Als dritter Referent konnte PD Dr. Ben Ockert engagiert werden. Thema seines Vortrags war der laterale transdeltoidale Zugang. Dank seines sehr eingängigen und logischen Vortrags konnten die Zuhörer sehr gut nachvollziehen, worin die Vor- und Nachteile dieses Zugangs liegen. Insbesondere die Schonung des Nervus Axillaris lag ihm am Herzen. Daher arbeitete er in diesem Zusammenhang die Landmarks und Pitfalls deutlich heraus. Anhand der proximalen Humerusfraktur zeigte er anschließend den Studenten eines der häufigsten Anwendungsgebiete.

 

Vor der Mittagspause, als letztes Thema des Theorieteils, hielt PD Dr. Siebenlist den Vortrag über den posterioren Zugang der Schulter. Somit wurden die drei wichtigsten Zugänge im Bereich der Schulter und des proximalen Humerus abgedeckt.

 

Abschließend lud die Firma MEDI aus Bayreuth herzlich ein, verschiedene Orthesen am eigenen Leib auszuprobieren. Hierfür hatten sie Produkte sowohl zur konservativen Therapie, sowie zur postoperativen Entlastung und Ruhigstellung im Gepäck.

 

Zur Verschnaufpause nach dem sehr informativen aber auch intensiven Theorieblock trafen sich alle teilnehmenden Studenten und Dozenten in einem nahegelegen Restaurant.

 

 

 

 

 

Gestärkt und erholt wurden die zehn Studenten nachmittags auf vier Schulterpräparate aufgeteilt.

 

Jeder Gruppe wurde ein eigener Dozent zugeteilt. Nach einer kurzen Einführung und der Markierung der relevanten Landmarks zur Bestimmung des Hautschnitts konnten die Studenten mit Hilfestellung des Dozenten selbst die relevanten Zugänge durchführen. Während des Praxisblocks, der insgesamt fünf Stunden umfasste,  konnte man sehr genau auf sämtliche Schichten, Strukturen und Gefahrenstellen bei der Präparation eingehen.

 

 

 

Freitagabend richtete MEDI einen geselligen Abend am Münchner Viktualienmarkt in einem traditionellen Wirtshaus aus,  bei dem wir gemeinsam den ersten Tag der Advanced School Revue passieren lassen konnten.

 

 

Samstagmorgen trafen sich alle Teilnehmer wie vortags um 9:00 Uhr auf ein kleines Frühstück mit Kaffee und frischem Gebäck, um in den zweiten Tag zu starten.

 

Thema des zweiten Tages waren die anatomischen Grundlagen, Verletzungen und  verschiedenen  Zugangswege am Kniegelenk.

 

Dr. Theresa Diermeier hielt hierfür einen sehr schönen Vortrag über die anatomischen Strukturen und Besonderheiten des komplexen Gelenkes.

 

Zweites Thema des Tages war anschließend der anteriore Zugang am Kniegelenk, präsentiert von Dr. Philipp Forkel. Zunächst zeigte er uns die verschiedenen knöchernen Strukturen, um dann auf Hautschnitt und Präparation bis auf die Gelenkkapsel einzugehen. Anwendung findet dieser Zugang beispielsweise beim Gelenkersatz mittels TEP und ist somit sicherlich einer der am häufigsten benötigten Zugangswege.

 

Den zweiten Zugangsweg, den posterioren Zugang, brachte uns Dr. Hermann Anetzberger nahe. Nachdem uns Dr. Diermeier bereits auf die gefährdeten Strukturen im Bereich der Kniekehle aufmerksam machte, zeigte uns Dr. Anetzberger nun, wie man in diesem Bereich ohne Kollateralschäden bis an die Gelenkkapsel kommt. Anhand der operativen Versorgung einer HKB-Läsion präsentierte er abschließend diesen Zugang.

 

Vor der Mittagspause hielt die Firma MEDI einen aufschlussreichen Worshop zum Thema Orthesen des Kniegelenks. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Entlastung der hinteren Schublade nach HKB-Läsion.

 

Zum Mittagessen trafen wir uns im vortags bewährten Restaurant.

 

Nachmittags durften wir das erarbeitete theoretische Wissen wieder anwenden.  Aufgeteilt auf vier Kniepräparate mit je einem Dozenten stellten wir Schicht für Schicht die bedeutensten Bänder, Gefäße und Nerven dar, um sie bei der durchzuführenden operativen Versorgung schonen zu können. Mit viel Enthusiasmus und Leidenschaft brachten uns die Dozenten ihr Wissen nahe.

 

 

Dieser Teil der Veranstaltung, sei es am ersten oder am zweiten Tag, stellt mit Sicherheit das Highlight dar und verdient besonders hervorgehoben zu werden.

 

Abgerundet wurde die AGA-Studenten Advanced School mit einer kleinen Evaluierungsrunde und einem Quiz, wobei drei Studenten mit dem Buch „Checkliste Orthopädie“ belohnt wurden.

 

Im Namen der teilnehmenden AGA-Studenten möchte ich mich herzlichst bei PD Dr. Sebastian Siebenlist für die ausgezeichnete wissenschaftliche Leitung sowie bei allen Referenten (PD Dr. Sebastian Siebenlist, Dr. Lukas Willinger, Dr. Theresa Diermeier, PD Dr. Ben Ockert, Dr. Philipp Forkel, Dr. Hermann Anetzberger) bedanken.

Ebenso großen Dank möchte ich PD Dr. Frank Martetschläger für die tolle Instruktion und Betreuung am Präparat aussprechen.

Vielen Dank auch an die Anatomische Anstalt und Herrn Axel Unverzagt für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und Präparate und die Hilfe bei der Vorbereitung.

 

 

Die diesjährige Advanced School in München war, wie die letzten Jahre, eine außergewöhnliche Veranstaltung und einmalige Möglichkeit für unfallchirurgisch/orthopädisch interessierte Studenten unter der Anleitung von renommierten Operateuren direkt am Präparat zu arbeiten.

 

Im Vergleich zur anatomischen Präparation in den ersten Semestern des Studiums liegt hier der Schwerpunkt eindeutig auf der praxisnahen Darstellung der Strukturen im Zuge von operativen Eingriffen. Im Rahmen des Studiums findet sich aktuell keine Veranstaltung mit derartigem praktischem Anteil.

 

 

Danken möchten wir auch den Sponsoren   und    ohne die die Veranstaltung in diesem Format keinesfalls möglich gewesen wäre. 

 

 

Michael Knörr

AGA-Student

TUM, München

 

 

 

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