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AGA-Studenten Advanced School von 18.-19.1.2019 in München


Veranstaltungsort:        
Physiologisches Institut der Ludwig-Maximilians-Universität
Pettenkoferstraße 12
80336 München

 

Die 6. AGA-Student Advanced School unter der wissenschaftlichen Leitung von Dr. med. Bastian Scheiderer fand dieses Jahr zum fünften Mal in den Räumen der anatomischen Anstalt der Ludwig-Maximilians-Universität München statt. Basierend auf den guten Erfahrungen der letzten Jahre standen auch diesmal wieder die chirurgischen Zugangswege und die topographische Anatomie von Knie, Schulter und - heuer erstmalig - des Ellenbogens im Fokus. Die Organisation erfolgte durch ein Team von AGA-Studenten bestehend aus Hannes Degenhardt (München), Philipp Winkler (Innsbruck) und Julius Watrinet (München).

 

Organisationsteam von links nach rechts (P. Winkler, Dr. B. Scheiderer, H. Degenhardt, J. Watrinet)

 

In diesem Jahr hatten 15 motivierte und im AGA-Studenten Kurrikulum fortgeschrittene Studentinnen und Studenten die Möglichkeit, den Kurs zu absolvieren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland und Österreich erarbeiteten in einem zweitägigen Intensivkurs an humanen Schulter-, Knie- und Ellenbogenpräparaten verschiedenste operative Zugangswege und konnte sich einen umfassenden Eindruck von der Anatomie machen.

 

                                     

 

 

Der Fokus des ersten Tages lag auf der oberen Extremität. In einer einführenden Erläuterung der operativen und topographischen Anatomie durch Daniel Berthold wurde neben der Morphologie des Schultergürtels vor allem Wert auf den Verlauf der Muskeln, Nerven und Gefäße gelegt.

Anschließend wurde durch PD Dr. Ben Ockert der deltoideopektorale Zugang anhand diverser Operationen erklärt, wobei er auch die Schnittführung in den Vordergrund stellte. PD Dr. Sepp Braun stellte die Vor- und Nachteile des Delta-Split Zugangs dar und diskutierte anschaulich anhand des Beispiels einer Humeruskopffraktur sowie einer Miniopen-Rotatorenmanschetten Rekonstruktion den Zugang mit den Studenten. Durch Dr. Bastian Scheiderer wurde den Studenten der posteriore Zugang der Schulter am praktischen Beispiel des Glenoidaufbaus erklärt und auf mögliche Schwierigkeiten gerade bei der Implantation eines Beckenkammspans eingegangen. In einer kurzen Pause lud die Firma MEDI aus Bayreuth dazu ein, die neusten Schulterorthesen zu testen und selbst Hand anzulegen. Von der einfachen Schulter-Immobilisationsorthese bis zur komplexen Schulterabduktionsschiene konnten dort alle Produkte getestet werden. Den Theorieteil abschließend nutzte PD Dr. Andreas Lenich die Zeit, um die Topographie des Ellenbogens sowie offen chirurgisch und minimal invasive Operationstechniken, deren Indikationen und Zugangswege zu erläutern.

 

PD Dr. S. Braun

 

Frisch gestärkt aus der Pause wurde am Nachmittag die gelernte Theorie in die Praxis umgesetzt. Dank kompetenter und individueller Betreuung durch die Spezialisten blieb keine Frage offen und die Zeit am Präparat konnte in Kleingruppen intensiv genutzt werden. Zu allererst wurden die Zugangswege aufgezeichnet und danach im fünfstündigen Praxisblock präpariert.

 

Beim gmiatlichen Beinand sei mit den Referenten und der Firma MEDI im alteingesessenen Augustiner am Dom fand der Tag ein gutes Ende.

 

 Gesellschaftsabend im Augustiner am Dom

 

Am zweiten Tag rückte nun das Kniegelenk in den Vordergrund. Nach eingehender Darstellung der Nerven- und Gefäßverläufe sowie der weiteren Topographie wurden die Theorie der Zugänge durch Daniel Berthold sehr eindrücklich erklärt. Den Einstieg in den theoretischen Teil der Zugänge gab Dr. Guido Wierer. Anhand spannender Operationstechniken erläuterte er die vorderen Zugänge und welche Strukturen dabei besonders zu schonen sind. Darauffolgend stellte Prof. Dr. Stephan Vogt den posterioren Zugangsweg mit besonderem Augenmerk auf die neurovaskulären Strukturen dar und regte eine intensive Gruppendiskussion über die Versorgung von HKB-Läsion an. Abschließend erklärte Dr. Philipp Forkel den posterolateralen Zugang in Hinblick auf Stabilisierungstechniken und brachte dabei zahlreiche Tipps und Tricks sowie häufige Pitfalls. Vor der Mittagspause wurden durch die Firma MEDI die verschiedenen Knieorthesen mit ihren unterschiedlichen Einstellungsmöglichkeiten vorgestellt. Auch hier bestand wieder die Möglichkeit die Rolle des Patienten einzunehmen und eine der Orthesen zu tragen.

 

Orthesenworkshop

 

Am Nachmittag wurden die Zugänge unter präziser Anleitung am Präparat verinnerlicht. In den bewährten Kleingruppen und der intensiven Betreuung wurden die Schichten Schritt für Schritt präpariert und die Strukturen dargestellt. Auch hier bestand ausreichend Zeit Fragen zu stellen und von der super Betreuung durch die erfahrenen Operateure zu profitieren.

 

Im abschließenden Quiz hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, ihr spezielles Wissen aus der Orthopädie und Unfallchirurgie anzuwenden und eins von drei Büchern „Checkliste Orthopädie“ zu gewinnen.

 

Gruppenfoto vor dem Physiologischen Institut

 

Im Namen der AGA-Studenten möchten wir uns herzlichst bei Dr. Bastian Scheiderer für die großartige und herausragende wissenschaftliche Leitung bedanken. Auch allen Referenten (Daniel Berthold, PD Dr. Ben Ockert, PD Dr. Sepp Braun, PD Dr. Andreas Lenich, Dr. Guido Wierer, Prof. Dr. Stephan Vogt, Dr. Philipp Forkel) gebührt ein besonderer Dank, ohne die diese Veranstaltung nicht möglich gewesen wäre. 

Der Anatomischen Anstalt mit Herrn Prof. Dr. Jens Waschke für die Bereitstellung der Präparate und Räumlichkeiten sowie Herrn Axel Unverzagt für sein großes Engagement möchten wir ebenso danken.

 

Auch dieses Jahr war die Advanced School wieder ein voller Erfolg, was sich auch in den guten Evaluationen der Studentinnen und Studenten niederschlug. Die AGA-Studenten Advanced School stellt eine einzigartige Möglichkeit dar, die operativen Zugänge am Humanpräparat zu studieren und zu verinnerlichen.  Die Topographie der Nerven und Gefäße kann mit klinischem Bezug dargestellt werden, wie es im allgemeinen Anatomiekurs nicht möglich ist. Besonders hervorzuheben ist die kollegiale und entspannte Atmosphäre, in welcher die Studentinnen und Studenten von renommierten Experten lernen und sich gegenseitig austauschen können.

 

Danken möchten wir auch unseren Sponsoren, ohne die diese Veranstaltung in diesem professionellen Setup keinesfalls möglich gewesen wäre. An erster Stelle sei hier der Hauptsponsor – die Firma MEDI – genannt, wie auch die Firmen Braun / Aesculap und Lohmann & Rauscher.

 

Julius Watrinet

AGA–Student

TU München

 

 

 

 

 

 

 

 

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